Home - Brein´s World

Brein´s World

BR online (D)

Attila Csampai – CD „Brein’s World“

Das kakanische Universum des Wiener Jazz-Grenzgängers Georg Breinschmid
Ein New Yorker Jazz-Kritiker nannte ihn einen „genius madman“, und tatsächlich ist der Wiener Kontrabassist und Komponist Georg Breinschmid einer der kreativsten und musikalisch vielseitigsten Köpfe in der bunten Wiener Jazzszene – und ein Grenzgänger zwischen vielen musikalischen Stilen.
Am Anfang seiner Karriere stand ein klassisches Studium an der Wiener Musikhochschule und er spielte dann auch Jahre lang in diversen Symphonieorchestern, so auch bei den weltbekannten Wiener Philharmonikern. — Nebenbei aber zog es ihn schon früh zum Jazz, in dem er seine musikalischen Ambitionen besser verwirklichen konnte. Mit 26 Jahren verliess er dann die sicheren Pfade des symphonischen Musikers und wurde freischaffender Jazzmusiker. Das war vor elf Jahren. Seither ging es stetig aufwärts in seiner Karriere und er spielte mit vielen Weltklasse-Jazzern und wurde Bassist des Vienna Art Orchestra. Seit 2005 ist Breinschmid zunehmend auch als Komponist aktiv und dabei bemerkte er, dass seine Musik immer etwas mit Wien und seinen musikalischen Traditionen zu tun hatte: diese tiefe Herzensbeziehung zu seiner Heimatstadt, die er immer als „natürlichen Schmelztiegel von Musik und Kulturen“ – insbesondere der osteuropäischen – wahrgenommen hat, prägt in besonderer Weise auch sein gerade erschienenes zweites Album mit immerhin 24 Eigenkompositionen und einem zweieinhalbstündigen Programm, das die ganze Vielfalt seiner musikalischen Vorlieben – von Bebop über Gypsy Jazz, Wiener Walzer, Balkan Sounds und alpenländische Volksmusik bis hin zur Schrammelmusik und dem Wiener Lied munter durcheinanderwirbelt und in ständig wechselnden kleinen Besetzungen mit den besten Jazzmusikern Wiens als bunte musikalische Revue vor uns ausbreitet – zusammengehalten durch den roten Faden seines unglaublich präsenten, faszinierend virtuosen und eine ganze Rhythmusgruppe ersetzenden Bassspiels. Auch seine Mitstreiter zählen zur Elite des Wiener Jazz-Adels und darunter befinden sich ähnlich verwegene Grenzgänger wie der Geiger Sebastian Gürtler oder der Akkordeonspieler Tommaso Huber (beide von „Amarcord“). Daneben treffen wir auch auf so exzellente Roma-Jazzer wie die beiden slowakischen Brüder Roman (Violine) und Frantisek (Klavier) Janoska, mit denen Breinschmid erst vor kurzem ein neues Trio gründete. Und sie alle stürzen sich mit Lust und bestechender Virtuosität in den von Breinschmid kultivierten und mit seinem Riesen-Ton und seinem wildem Rhythmus „gestützten“ Jazz-Folklore-Klassik-Stilmix, der mit subtiler Ironie und viel „Gefühl“ eine ganz neue Art von kakanischem Jazz propagiert (und die nationalen Grenzen Europas wieder aufhebt), also eine eigenes europäisch-wienerisches Jazzidiom, das aus den eigenen musikalischen Traditionen schöpft, anstatt nur amerikanische Vorbilder zu kopieren. Das begriff man sogar im fernen New York auf Anhieb und pries „Brein’s World“ als „most inventive release of the year“. Zu den Höhepunkten des Albums zählen auf alle Fälle Breinschmids hinreissende Adaptionen des „Wiener Lieds“, die diese tief in der Wiener Seele verwurzelte Gattung hier völlig neu aufbereiten und mit echtem Wiener Zungenschlag und feiner Ironie uns unterjubeln, dass einem ganz warm wird ums Herz, und man trotzdem noch den genialen Kabarettisten spürt, den echten Wiener Wurstl oder Kasperl, der seine Stadt liebt und sie trotzdem vorführt. Mir scheint, da reift neben dem exzellenten Musiker und Komponisten auch ein grosses Wiener Original heran, das hier eine ganz wunderbare alte, bis Schikaneder und Nestroy zurückreichende Tradition mit neuem Herzblut und enormer kreativer Phantasie anreichert und neu definiert. Ich kann mir keine schönere Liebeserklärung für eine Stadt vorstellen.


NDR-Info (D)

Michael Laages – CD „Brein’s World“

Brein’s World – Abgedreht
„Crazy Jazz“ hat gerade drei Wochen lang die Play Jazz!-Abende auf NDR Info geprägt – mit „Dirty Dozen“, den zwölf brillantesten Verrücktheiten der Jazz-Geschichte, aber der Wiener Georg Breinschmid toppt sie fast alle. Lange nicht, vielleicht noch nie, hat ein Musiker – zumal einer aus Europa – zwei CD’s, also über zweieinhalb Stunden lang die Lach- und Schmunzel-Muskeln so ununterbrochen gereizt wie der Top-Bassist aus Österreichs Hauptstadt. Von der ersten bis zur letzten Note ist „Brein’s World“, die sehr verrückte Welt des Georg Breinschmid, Vergnügen pur.
Woher das kommt? Warum einer so umstandslos komisch sein kann? Weil er offenkundig keine Grenzen akzeptiert. Breinschmid ist einerseits ein Instrumentalist von ausgewiesenem Talent auf vielen Feldern. Gelernt hat er in den großen Orchestern der klassischen Art. Und gespielt hat der 1973 geborene Breinschmid schon mit Mitte 20 immerhin ein paar Jahre lang bei den Wiener Philharmonikern. Parallel hatte ihn derweil allerdings schon länger auch der Jazz gepackt – und so hat er sehr schnell Orchesterfrack Orchesterfrack sein lassen und eigene Bands gegründet, die allemal einiges und manchmal auch ausschließlich mit Jazz zu tun hatten. Von 1999 an war Breinschmid dann für sieben Jahre obendrein Stamm-Bassist im grandiosen „Vienna Art Orchestra“. Das adelt.
Aber nur Jazz war dann halt auch nie genug – die Schmelztiegel-Sounds der näheren Nachbarschaft hat er mit den Jazz-Klängen vermischt, die Musik der „Tschuschen“ (so nennt der tendenziell rassistische Wiener Volksmund alles Zugewanderte, was nicht österreichisch ausschaut) hat in Breinschmids musikalischer Welt ebenso Platz wie die bedeutendste lokale Musik-Spezialität neben dem Walzer und Johann Strauß: das „Wienerlied“. In „Brein’s World“ wird all das zitiert und montiert, vorurteilslos und in virtuos-frecher, halsbrecherischer Melange.
Wir erinnern uns: Auch der unermüdliche Georg Kreisler, inzwischen weit über 80, kann ziemlich brillant Blues und Jazz spielen. Und die Zusammenarbeit von Andre Heller und Helmut Qualtinger Anfang der 70er-Jahre blieb legendär. Aber seit Friedrich Guldas „Golowin“ – dem „anderen Ich“, das der große Klassik-Pianist mit Jazz-Meriten einst erfand, um obendrein auch noch Chansons in Wiener Mundart zu singen – hat es nicht mehr derart viel Nähe gegeben zwischen den schwarzhumorigen Gstanzeln der Wiener Chanson-Tradition und der musikantischen Meisterschaft eines jazzvernarrten Einzelgängers.
Traumhaft sicher setzt Breinschmid grantige Pointen als „Flugzeugterrorist“ oder „Zwangsdenker“, und für „Schnucki von Heanois“ muss der CD-Player lauter gestellt werden, weil sonst vor lauter Zuhörer-Gelächter der Text nicht mehr verstehbar ist. Kurze Atempause – und schon ist Breinschmid bei Trompetenpolka und Radetzkymarsch und „Fledermaus“ von Johann Strauß, holterdipolter und haltlos durcheinander gequirlt. Anschnallen! Keiner verlässt die CD!
Breinschmid hat einige grandiose Jazz-Gäste dabei: den Trompeter Thomas Gansch vor allem (auch er Teil vom „Vienna Art Orchestra“), dazu den Schweizer Saxofonisten Daniel Schnyder, die Gebrüder Janoska, dazu viele Wiener Größen, die unterschiedlichste instrumentale Mischungen ermöglichen.
Und so reist den Georg Breinschmid denn auch in unterschiedlichsten Besetzungen – gerade war er als Solist in Berlin zu Gast, in „Brein’s Cafe“ hat er nur die Janoska-Brüder dabei, mit Gansch tritt er oft im Duo auf. Ganz viel ganz herrliche Unordnung herrscht in Breins Hirn, singt „Brein“ selber, und ins Jazz-Lexikon wird er mit diesem stilistisch völlig haltlosen Durcheinander auch nicht kommen – sei’s drum.
Stattdessen ist „Brein’s World“ ein kleiner Kosmos aus immer neuen Überraschungen, komisch bis zur Erschöpfung. Abgedreht halt, und sehr crazy … reinhören! Kaufen! Oder bei Play Jazz! auf NDR Info bis 14. Oktober gewinnen.


Schallplattenmann (A)

Manfred Horak

Zumindest zwei deutschsprachige Alben aus Österreich sollten ebenfalls erwähnt werden. Der Kontrabassist und Sänger Georg Breinschmid – er begann seine Karriere bei den Wiener Philharmonikern, wechselte danach zum Jazz und war für einige Jahre Stammbassist beim Vienna Art Orchestra – beweist auf dem Doppel-Album „Brein’s World“ (2010), dass World, Jazz, Pop, Wienerlied, Soul und Klassik sehr wohl unter einen Hut passen und heimst dafür viel überschwängliche Kritik ein – auch aus dem nicht-deutschsprachigen Raum. So schrieb z.B. Frank Alkyer im weltweit führenden Jazz-Magazin Downbeat: »[…] every time you smile or even laugh out loud, the next moment you’ll be thinking about the incredible musicianship on the record. A perfect example is „Brein’s Knights“. Breinschmid lays down a funky bass line to kick off the tune. Frantisek Janoska joins in on piano. But when violinist Roman Janoska plays the melody, it sounds like an Irish folk song… with a funky backbeat.« Dem kann ich nur zustimmen. Alleine Kompositionen wie „Oldtime Hit“, die er in allerbester Soul-Jazz-Manier rausschüttelt, machen jeden Jazzeranten mit Weitblick glücklich. Darüber hinaus erquickt er uns mit intuitiven und jedenfalls immer gefühlsechten großen Melodien, und mit „Schnucki von Heanois“ gelang ihm sogar ein wahnwitziger Rap in atemberaubendem Tempo. Das Sampling wird dabei ersetzt von Kontrabass und Trompete, gerappt wird auf wienerisch, was auch dem Downbeat-Rezensenten auffiel: »The only thing missing is an English translation of some of the songs Breinschmid sings. They sound great in German, but I guarantee they’d be hysterical if only I could speak the language! No matter, Breinschmid’s music has universal appeal.« Dieses Doppel-Album jedenfalls bietet, schlussfolgernd, mehrere Ansatzmöglichkeiten zur Rezeption: Es steht für eine Generation von Musikern, die aus dem übervollen Vorrat der Musikgeschichte schöpfen (können) und es steht gleichzeitig für eine Generation von Musikern, die sich selbst finanzieren und vermarkten (müssen), also frei agieren (dürfen). Im besten Fall (wie auf „Brein’s World“) klingt dann die Musik von allen Grenzen und Einschränkungen befreit.


Jazz ‚N‘ More (CH)

Jan. 2011

Was hier aus Breinschmids Schuppen daherrollt, überwältigt in vielerlei Hinsicht. Im vertrauten Kreis wird der spinnerte Bastler liebevoll „Wunderwuzzi“ gerufen, und das trifft den Nagel schon ziemlich auf den Kopf. In ihm vereinen sich ein introvertierter Spinnerter und ein begnadeter Kollektionneur allerlei Fundguts. Auf zwei vollbepackten CDs – geschmückt mit zwei schön gestalteten Booklets – präsentiert er hier einen Blick in seine eigenbrötlerische Werkstatt. Geboten wird eine eklektische Auswahl unmöglich geglaubter Basteleien, Stilvariationen, mit denen Breinschmid Diversität zu seinem alles umfassenden Markenzeichen erhebt. In diesen „Wiener Miniaturen“ kommt es vor, dass ein beschwingter Dreiviertel zum bluesigen Klimpersolo mutiert, dass ein gezupfter Samba die Brücke zu alpinem Folk schlägt und damit den Pfad für ein bitterböses Chanson im breitesten Wiener Schmäh bereitet („Ich bin ein Flugzeug…Terrorist – und plan grad an Anschlag mit Mentadent C“). Breinschmid ist virtuoser Bricoleur, ein Multitalent mit vielen jederlei Grenzen sprengenden Hirngespinsten.


Jazzthetik (D)

11-12 2010, Guido Diesing – CD „Brein’s World“

Zurück zum Herbst. Wenn der November der Monat von Abschied und Morbidität ist, darf natürlich die Stadt Wien nicht unerwähnt bleiben. Dort lebt Georg Breinschmid, der seiner neuen CD einen Titel gegeben hat, der treffender gar nicht sein könnte: Auf „Brein’s World“ entfaltet der Kontrabassist und Sänger tatsächlich seine ganze musikalische Welt vor dem Zuhörer. Und die ist ebenso riesig wie sonderbar. Breinschmid zeigt in verschiedenen Formationen seine fast unüberschaubare Stilpalette. Ob Kaffeehaus, Jazzclub, Heuriger, Kammermusiksaal oder Kleinkunstbühne – er hat für alle Gelegenheiten die passenden Stücke und Bands parat. Nicht nur in seinen modernen Wienerliedern beweist er Humor und Eigensinn. Bezeichnend ist der Einfall, am Ende der zweiten CD in „Ma muass aufhean wanns am scheenstn is“ darüber zu sinnieren, ob eine Doppel-CD mit über zweieinhalb Stunden Spielzeit nicht völlig übertrieben ist – und anschließend ungerührt noch drei Bonustitel (darunter die „Todespolka“) und einen Hidden Track folgen zu lassen.


Folker (D)

Christian Beck – CD „Brein’s World“

„Ma muass aufhean, wanns am scheenstn is“, trällert der zugereiste Parade-Wiener Georg Breinschmid kurz vor Ende des Zweieinhalbstundenmarathons locker in die swingende Klavierbegleitung: „I dad sogn, moch ned zwaa CDs / Wöi sonst wean die Leud beim Onhörn bees / Noch dazu mit Wiiieeener Lied und Jeeeez“. Aber das ist grienende Koketterie im vollen Bewusstsein dessen, dass dem keineswegs so ist! Obwohl in der Tat ein Großteil dieses aus allen Nähten platzenden Füllhorns musikalischer Kompetenz und schöpferischer Energie neben einigen Eckpfeilern der Klassik der Jazz einiger Couleur ist – ziemlich groovig zumeist, jedenfalls nicht von der Sorte, die am liebsten nur dekonstruiert ohne wieder zusammenzusetzen. Auch dann aber birst die Musik des Kontrabassisten aus Amstetten in Niederösterreich in der Regel nur so vor Elementen aus sämtlichen Genres, mit denen sich der Folker schwerpunktmäßig beschäftigt: viel volksmusikalisches Brauchtum, Ländler, Polka, Jodler; Einflüsse, speziell rhythmisch dringliche, aus aller Welt; ziemlich böse Lieder. Nicht bitterböse – der Eindruck ist bei der hemmungslosen Mundart wohl vor allem der Affekt von uns Piefkes -, aber doch recht böse. Wenn auch liebevoll. Und ordentlich verblödelt – auf ebenso geistreiche wie sympathische Weise: Ärger mit dem GPS und dem Computer – wer bei derartigen Tücken des Alltags auf Bierernst hofft statt auf den enormen anarchischen Spielwitz Breinschmids, muss wohl ein hoffnungslos freudloses Leben fristen da draußen. Wie heißt eine Nummer Richtung „Cantaloupe Island“ in diesem Geiste ganz entspannt ohne großes Theater? „Oldtime Hit“. Ein großes lakonisches Vergnügen! Und kein geringeres musikalisches Abenteuer.


Böblinger Bote (D)

15. Dez. 2010, Michael Stürm – CD „Brein’s World“

Der Ländler groovt, die Alpen swingen
Festhalten. Er hat wieder zugeschlagen, der Breinschmid, Georg aus Wien. Der Mann, der einen der groovendsten Holzbässe auf diesem Erdball spielt. Aber nicht nur das. Breinschmid hat bisher seine Duftmarken von stupender Virtuosität bei so unterschiedlichen Musikanbietern wie den Wiener Philharmonikern und dem Vienna Art Orchestra hinterlassen, und ganz wichtig: Er hat vor allem den Schalk im Nacken und den Humor zwischen die dicken Saiten gezurrt. Auf „Brein’s World“, seinem neuesten Streich, hat er sich nun zwei prall gefüllte CDs reserviert, um diese Fähigkeiten mit höchster musikalischer Intensität zu transportieren. „Brein’s World“ ist ein genialischer Stilmix, der zwischen Jazz, Klassik, Wienerlied, Alpenmelodien und Balkan-Sounds irrlichtert. In verschiedensten Formationen – vom hitzigen Duo mit Trompete über ein folkloristisch geprägtes Trio mit Violine und Piano bis hin zur jazzigen Quartett-Besetzung zieht Georg Breinschmid alle Register seiner musikalischen Prägungen. Der Österreicher verpasst dabei dem Ländler Groove-Dimensionen, huldigt der Musette mit ironisierendem Schmelz, zeigt, was mit Franz Liszts “ Liebestraum“ geschieht, wenn man jazzig phrasieren kann und die klassische Schule durchwandert hat. Er wandelt auf zeitgenössischen Jazz-Pfaden und gibt sich immer mal wieder der Lied-Tradition seiner Heimatstadt hin – schräg, schrill und kauzig, irgendwo zwischen interpretatorischer Raffinesse, klanglicher Delikatesse und alpiner Anarchie. Als Klammer dieses satten Crossover-Festes fungieren die vier dicken Saiten von Breinschmids Bass. Der verströmt einen wunderschönen warmen Ton, gibt das Exerzierfeld für eine atemberaubende Fingerfertigkeit und musikalisch unbegrenzte Ausdruckskraft. Wer’s nicht hören will, ist schlichtweg selbst schuld.


Sound & Media (A)

Nov. 2010 – CD „Brein’s World“

Mit seiner vorhergehenden CD „Wien bleibt Krk“ zeigte der Musiker Georg Breinschmid schon sein Verständnis von Musik an, nun hat er sich noch mehr in diese Materie vertieft und legt ein Doppelalbum namens „Brein’s World“ vor. Der ehemalige Kontrabassist der Wiener Philharmoniker, der sich als Jazzmusiker einen Namen machte, zeigt, wie man klug und humorvoll mit den verschiedenen Einflüssen, die ihm in seinem bisherigen Leben unterkamen, umgehen kann. Da wird Bach mit Mingus vermischt, dass man sich wundert, wie viele Jahre zwischen diesen beiden Komonisten liegen. Und Wien muss überhaupt froh sein, so einen kreativen Kopf zu haben, der sich um das musikalische Erbe der Stadt sorgt. Breinschmid gehört auf Theaterbühnen genauso wie zum Heurigen wie in den Jazzkeller oder in den Musikvereinssaal.


Kulturwoche (A)

Manfred Horak – CD „Brein’s World“

Woran mag wohl Georg Breinschmid denken, wenn er seinen Kontrabass schlägt? Eine ausführliche Antwort auf diese Frage bringt das Doppel-Album „Brein’s World“, sowie die Erkenntnis, dass World, Jazz, Pop, Wienerlied, Soul und Klassik sehr wohl unter einen Hut passt.
Brein’s World, das sind 28 neue Fantasmo-orgiastische Tracks in 151 Minuten, andersd formuliert, zwei CDs mit langer Spieldauer, die aber niemals langweilig werden, eingespielt mit Breinschmids Hauptprojekt „Brein’s Café“, also mit den Janoska-Brüdern Roman (Violine) und Frantisek (Piano) aus Bratislava, aber auch mit einer Vielzahl an weiteren illustren Gästen (wie auch bereits auf dem Vorgänger-Album Wien bleibt Krk). Mit dabei natürlich sein Spezi Thomas Gansch an der Trompete, die gemeinsam ein „Trompetenbaumgewächs“ gedeihen lassen, den Radetzkymarsch neu beatmen, einen Blues im 5/4-Takt beschleunigen, und vor allem das „Schnucki von Heanois“ in einem wahnwitzigen Rap verewigen. Der nächste Party-Hit und Chart-Knüller? Das Leben will den nächsten Hit. Ebenfalls mit dabei die schweizerisch-österreichische Freundschaft mit Daniel Schnyder (ss), Thomas Dobler (vib), Susanne Paul bzw. Daniel Pezzotti (vlc) alias classXXX. Als besonders verhaltensauffällig neben dem erwähnten „Schnucki von Heanois“ (das, wenn man das Lied schon mit irgendetwas vergleichen möchte, an die wenig guten Momente von DÖF erinnert), stellen sich die Lieder „Urlaub am Giatl“ und „Flugzeugderorist“ heraus. Letzteres entstand anlässlich einer Security-Kontrolle am Flughafen, Stichwort Handgepäckbestimmungen und Mitnahme einer Mineralwasserflasche. Apropos Flaschen: Immens glücklich sein müsste der Österreichische Musikfonds, wenn solch ein Album mit der Bitte um Förderung ins Haus flattert. Jedoch: Sie rümpften nur die Nase und lehnten ab (lest dazu die Message von GB). Vielleicht sind die Zuständigen aber auch nur so sensibel und können keine offenen Schädeldecken sehen (Hey, das ist nur eine Illustration und kein blaues Blut!). Die Gehirnwindungen strömen nämlich nur so quer durchs Booklet und freilich gibt es auch ein „Lied des Zwangsdenkers“, natürlich und Gott sei Dank ein gänzlich unautobiografisches. Weitaus autobiografischer ist da schon sein „Tschukkn Belle“ als quasi rhetorische Extravaganza und phonetische Assoziationskette, breingeschmidet in einer juxenden Fantasiesprache, die bis zur Breinschmid’schen Erkenntnis führt, dass er „im Jazzeranten Lexikon“ noch nicht vorkommt. Wird schon noch. Alleine Kompositionen wie „Oldtime Hit“, die er in allerbester Soul-Jazz-Manier rausschüttelt, machen jeden Jazzeranten mit Weitblick glücklich. Darüber hinaus erquickt er uns mit intuitiven und jedenfalls immer gefühlsechten großen Melodien – hier kommt in erster Linie sein Flexibelbetrieb Brein’s Café wieder ins Spiel – die man nicht einfach nur so hören sollte, seine Kompositionen „7/8 Landler“, „Musette #2“, „Klane Wiener Vorstadtmelodie“ und Liszts „Liebestraum“ sollte man vielmehr regelrecht erkunden, nach und nach entdecken und ordentlich auskosten.


K2 Kultur (A)

Theresa Steininger – CD „Brein’s World“

„I tat sagn moch ned zwaa CDs/ weu sonst wern die Leit beim Anhean bees/nu dazua mit Wienerlied und Jazz/zur Relase-Party do wird kana kumman/du mochst Schualdn und wirst vielleicht fahungan…“ So singt Georg Breinschmid auf seiner neuesten Veröffentlichung „Brein´s World“ – und hat gemeinsam mit der Formation Breins Café und zahlreichen Gästen doch „zwaa CDs“ gemacht und eine Release-Party angesetzt. Am 21. September präsentiert der Wiener Bassist, Sänger und Komponist im Porgy „Brein´s World“, eine CD, an deren Einordnung man nur scheitern kann. Höchst amüsanter Wiener Rap in „Schnucki von Heanois“ wechselt mit langsamem Walzer, der von Wienerlied-Touch nahtlos ins Jazzige übergeht. Auch die alpenländisch-volkstümliche Musik hat Abdrücke in Breinschmids Musik hinterlassen, ebenso der Soul. Mal spielt er Trompetenpolka, dann wieder Liszts „Liebestraum“ und Bach im 11/16-Takt. Oft detailverliebt und introvertiert, dann wieder draufgängerisch und höchst witzig mit seinen skurrilen Texten: Vielfalt ist „Brein´s“ Devise, abwechslungsreicher kann eine CD kaum sein – und wird bestimmt auch der Abend im Porgy werden.


Falter (A)

Klaus Nüchtern – CD „Brein’s World“

„Zur Release-Party do wird kana kumman“ heißt es einmal mit jener koketten Selbstironie, an der hier kein Mangel herrscht. Insbesondere wenn Breinschmid mit dem anderen virtuosen Faxenmacher des Austro-Jazz, Thomas Gansch, im Duo spielt, wird’s manchmal arg launig, aber gerade mit seinem neuen Trio Brein’s Café (Roman Janoska, vl; Frantisek Janoska, p) gelingen dem glänzenden Bassisten mit der Vorliebe für ungerade Metren auf dieser üppig aufgemachten Doppel-CD eine Reihe überaus süffiger, swingender Salonjazzstücke, die Spaß machen, ohne lustig sein zu müssen.


Der Standard (A)

Andreas Felber – CD „Brein’s World“

Der Bassist Georg Breinschmid präsentiert am Dienstag im Porgy & Bess seine neue CD „Brein’s World“
Kürzlich noch füllten die Namen der Bands, die sich der Mitarbeit Georg Breinschmids versicherten, lange Listen. Mittlerweile kommt der Bassist selbst ins Grübeln, wenn er an Engagements als ständiger Sideman denkt. Außer dem Christian-Muthspiel-Trio ist nicht viel geblieben: Ja, der Bassist, der 1998 dem Dasein als beamteter Orchestermusiker bei den Wiener Philharmonikern Ade sagte und sich für den Jazz entschied, hat sich in den letzten Jahren ein zweites Mal musikalisch emanzipiert. Ausdruck der zunehmenden Umtriebigkeit in eigener Sache ist – nachdem der 37-Jährige heuer bereits die Doppel-DVD Live vorgelegt hat – die neue Doppel-CD Brein’s World (Preiser Records): Der Bassist stellt sich in illustrer Freundeschar vor, im Duo mit Trompeter Thomas Gansch, im Quartett XXXClass mit Saxofonist Daniel Schnyder, vor allem aber im Trio Brein’s Café, mit Violinist Roman und Pianist Frantisek Janoska. Breinschmid: „Die Janoska-Brüder und mich verbindet der gemeinsame Background: Wir haben eine klassische Musikausbildung, im Jazz sind wir Autodidakten. Roman und Frantisek sind Roma aus Bratislava, sie kommen zudem aus dieser ungarischen Gypsy-Tradition, zu der ich große Affinität empfinde. Es ist ein Treffen verwandter Seelen!“ Also stimmt der Bassist mit seinen Kollegen freigeistige Musette-Walzer, „7/8-Landler“ und „Todespolkas“ an. Und auch das „Schnucki von Heanois“ hat auf der CD seinen Auftritt: Georg Breinschmid tritt als Sprechsänger eigener Wienerlieder in Aktion.


Titel-Magazin.de (D)

Tom Asam – CD „Brein’s World“

The return of Wunderwuzzi
Ein Wanderer zwischen den Welten mit einem abendfüllenden Doppelpack, das seine Liebe zum Leben und zur Musik unter Beweis stellt. Jazz und Wienerlied und noch viel mehr.
Georg Breinschmid studierte Kontrabass und schlug eine im wahrsten Sinne des Wortes „klassische“ Karriere ein. Doch die geordnete, bürokratische-konservative Welt der Philharmonie ist für „vielsaitig“ interessierte Individualisten vermutlich dauerhaft schwer zu verkraften. Einer Abkehr von der reinen Klassik folgte das Eintauchen in die Welt des Jazz (u.a. Vienna Art Orchestra) und das Treffen auf Genregrößen wie Archie Shepp. Doch wie das Cover schön verdeutlicht gibt es jede Menge weiterer Einflüsse, die in Brein´s Welt eine Rolle spielen. Unter anderem finden sich in seinem Hirn auch die Areale Wienerlied, Folk, Balkan, Rock oder Kabarett. Ob die Assoziationskette Wayne´s World (Musikklamotte aus den 90ern) – Brain´s World – Brein´s World gewollt ist, weiß ich nicht. Falls ja, wäre es interessant ob eher deshalb, weil der Wiener Brain wie Brein ausspricht oder weil amerikanische Kollegen von Wunderwuzzi (so sein Spitzname) seinen Nachnamen Brein umgekehrt wie Brain aussprechen!
Vom Kaffeehaus in die Welt hinaus
Brein verbindet also auf seinen Solowerken Jazz mit Wienerlied, alpenländische Traditionen mit Rap oder Blues. So groß die Welt der Musik auch sein mag, eine Stärke Breins ist es, bei seinem Brückenschlag zwischen diversen Stilen regionale Codes nicht zu vernachlässigen. Seine Stücke bleiben immer geprägt von einer unverstellt eigenen Art und einem mehr oder weniger subtilen Humor, den Genrepuristen vielleicht nicht unbedingt als Beiwerk zu instrumentaler Perfektion erwarten. Auf den beiden bis zum Bersten vollen CDs kommt am häufigsten sein Hauptprojekt „Brein´s Cafe“ mit den Brüdern Janoska aus Bratislava zum Zuge, verstärkt durch Trompeten-Spezi Thomas Gansch.
Sie bringen frischen Wind in den Radetzkymarsch, beschleunigen den Jazz in den fünften Gang bzw. in den 5/4 Takt und lassen in einer Stalking-Story mit Schmäh das „Schnucki von Heanois“ von der Leine. Neben dieser Kaffeehaus-Stammbesetzung spielt Brein auch in diversen anderen Konstellationen mit versierten Musikern zusammen. Und springt dabei vom Soul-Jazz zum eher selten ausgeleuchteten Hinterhof zwischen Klassik, Jazz und Wienerlied. Diese Nische jenseits der Vorzeigefronten ist natürlich getränkt vom Wiener Charme, beweist aber gleichzeitig eine musikalische und textliche Offenheit, die den Gedanken an Provinzialität erst gar nicht aufkommen lässt.
Vielmehr ist es ein gleichzeitig kritischer wie liebevoll-sentimentaler Blick auf die Heimat, der eine Verbundenheit mit der Welt erst ermöglicht. Das Oszillieren zwischen Weggehen und Dableiben, zwischen Früher und Jetzt, Diesseits und Jenseits zeigt sich vortrefflich im „Computer-Wienerlied.“ Den Zeitgeist zwischen Panik und Verblödung thematisiert der „Flugzeugderorist“, in dem der „Fundamentalkatholik“ einen Anschlag mit „Mentadent C“ plant. Beim vermeintlich letzten Stück, sinnhafter Weise „Ma muass aufhean wanns am scheenstn is! betitelt, zeigt sich Brein´s Verschränkung von philosophischer Einsicht und liebevoller Eigensinnigkeit. Er lässt nämlich drei Bonus-Tracks folgen, um auch noch die 150-Minutengrenze zu sprengen. Die beiden Booklets sind mit Texten, Illustrationen und persönlichen Kommentaren derart gespickt, das bei allem Umfang doch eher kleine Schriftgrößen zum Einsatz kommen mussten. Brein, da brauchsd a Bruin! Egal, hier ist der Kunde und Hörer in jeglicher Hinsicht König!


Liederbestenliste Deutschland

Persönliche Lied-Empfehlung Dezember 2010 (empfohlen von Michael Laages, Berlin) – CD „Brein’s World“

Zunächst hat ihn die Jazzszene wahrgenommen – immerhin hatte Georg Breinschmid, Mittdreißiger aus Wien, schon sieben Jahre im Vienna Art Orchestra zugebracht; als Bassist. Und die gleiche, prinzipiell dienende Rolle absolvierte er zuvor auch schon in der Bassgruppe der Wiener Philharmoniker – eine illustrere Visitenkarte ist kaum denkbar; jedenfalls nicht in Wien. Was immer Breinschmid aber auch in Angriff nahm, wohin ihn die Phantasie auch trieb – „zu Hause“ blieb er immer auch in einem Genre, dass es so nur in der k.-und-k.-Erbengemeinschaft gibt: Breinschmid liebt das „Wiener Lied“. „Schnucki von Heanois“ ist eins von denen, die sich auf der jüngsten Doppel-CD Brein’s World finden.
Das Lied ist eine Weltreise – das Ich im „Wiener Lied“ flüchtet hier vor einer Ex-Geliebten, eben vor „Schnucki von Heanois“: erst zum Zigarrettenholen und in geheimnisvolle Hauseingänge, dann per Flugzeug in ferne, fremde Welten, und sogar aufs Dach der Welt zum Yeti. Aber mit Schnucki und ihm ist es wie mit Hase und Igel – „Ick bün all dor“ lacht ihm Schnucki überall schon entgegen, natürlich nicht auf Plattdeutsch, aber ähnlich enervierend und beharrlich; bis die beiden eines schönen Tages, im Alter von 70plus, in der Greisengemeinschaft landen. Vermutlich in Heanois.
Vor allem natürlich und vordergründig wächst die rasante Komik des Liedes aus der Hase-und-Igel-Dramaturgie; wirklich atemberaubend witzig aber wird es erst mit den schier unermesslichen Möglichkeiten des Reimens im Dialekt. Einmal mehr erweist sich die speziell lokal oder regional bereicherte Alltagssprache jenseits vom Hochdeutsch als Wundertüte – schon „Heanois“ ist ja bekanntlich der Wiener Stadtteil Hernals, und auch sonst greift Breinschmid im Rap-Tempo tief hinein in die Reim-Trickkiste. So schlägt der Fluchtbericht die herrlichsten Kapriolen.
Einst hatten Helmut Qualtinger und André Heller das alte „Wiener Lied“ ja quasi beerdigt: mit „Des Wien, des is a oide Frau“; Anfang der Siebzigerjahre war das, und es war ein demonstrativer Abgesang. Breinschmid belebt den Ton der skurrilen Geschichten, wie sie in der Strophenform vom „Wiener Lied“ immer erzählt wurden – und führt die kleinen Alltagsfabeln mit scharf und „funky“ swingendem Jazz-Bass zielstrebig an ein gar nicht gutes Ende. Das war ja stets typisch am „Wiener Lied“ – es geht nicht gut aus. Auch dieser schwarze Fatalismus findet (neben der musikantischen Klasse) in Georg Breinschmid einen zeitgenössisch-klugen Nachlassverwalter.


Märkische Allgemeine (D)

Antje Rößler (13.11.2010) – CD „Brein’s World“

Wahnwitzig
Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: das virtuose Spiel am Bass oder den skurrilen Humor. Der Österreicher Georg Breinschmid verquirlt Salonmusik, Jazz und Wienerlied zu einer atemberaubenden Mischung. Seine unkategorisierbaren Klänge wären aber nur halb so schön ohne die bissigen Texte im herzhaften Wiener Dialekt, den Breinschmid gern durch eigene Wortschöpfungen wie „Utznstrudl“ oder „Bretznbatzn“ bereichert. Das Album ist eine Hommage an seine Heimat Wien. Dort fühlt er sich pudelwohl, auch wenn er sich vor schönen Verehrerinnen kaum retten kann. Sein Stalker-Trauma hat der Musiker in dem wahnwitzigen Rap „Schnuckie von Heanois“ aufgearbeitet. Erlebnisse bei der Airport-Abfertigung wiederum regten ihn zum Lied „Flugzeugderorist“ an. Hier ergeht sich Breinschmid in der Fantasie, mit Deodorant und Clerasil den Flugverkehr lahmzulegen. Der singende Kontrabassist liebt vor allem das Wienerlied, die schunkelnde Tischmusik der Heurigen. Dass dieses Genre offen für moderne Einflüsse ist, beweist er im Computer-Wienerlied, wo er sich im Dreivierteltakt über das „farnetzte“ Leben mit Blackberry, W-Lan und „Memory Schtik“ freut. Meist ist der Musiker mit seinem „Brein’s Café“ zugange, einem Trio mit Geige und Klavier. Hinzu gesellen sich Gastmusiker wie der Trompeter Thomas Gansch, mit dem Breinschmidt schmissige Duos spielt. Vor den drei Zugaben heißt es: „Ma muass aufhean wanns am scheenstn is.“ Schade eigentlich.


Spiegel Online (D)

Hans Hielscher (24.11.2010) – CD „Brein’s World“

Zwischen Swing und Wiener Schmäh
Seine Meriten als Jazzmusiker erwarb der Bassist Georg Breinschmid im Vienna Art Orchestra und in Bands von Archie Shepp und Charlie Mariano. Dass der Österreicher auch ein begnadeter Entertainer ist, beweist er auf seiner Doppel-CD „Brein’s World“ (Preiser Records). So singt er zu Schrammelmusik skurrile Texte über Handgepäckbestimmungen an Flughäfen und fällt im nächsten Stück mit dem Trompeter Thomas Gansch in atemberaubenden Swing. Eine ungewöhnliche Zusammenstellung von Grooves und Wiener Schmäh.


Jazzpodium (D)

12/2010 – Tobias Böcker – CD „Brein’s World“

Nicht nur ein bisschen skurril ist die eigenwillig absurde Welt des Georg Breinschmid: Da wienert’s, walzert’s, zigeunert’s, jodelt’s und swingt’s nur so beim „7/8 Landler“, der „Musette“, der „Jacaranda“ und im „Quartier Latin“. lrgendwo im Niemandsland zwischen Jazz und Wienerlied, da wo Polka, Rap, Balkan-Blues und Groove die Saiten des „Jazzeranten-Lexikons“ schlichtweg sprengen, nisten sich Sound und Riffs von Georg Breinschmids Bass in den Gehörgang, schnalzend, singend, erdenschwer und phantasiebeflügelnd, Die Welt der Klassik, aus der er einst entsprungen ist, hat er nicht ganz hinter sich gelassen, spielt mit zartem Schmelz Liszts „Liebestraum“, setzt Bachs Partita E-Dur kurzerhand in 11/16, streift in der Trompetenpolka Johann Strauß‘ Radetzkymarsch und gibt auch dem prämodernen Jazz im „Oldtime hit“ eine reelle Chance. Brein’s World beschreiben zu wollen, sprengt jeden Rahmen, erwähnt seien die anarchischen, wienerisch-dadaistischen, herrlich unkorrekten Texte von „Flugzeugderorist“, „Tschukkn Belle“ und dem „Schnucki von Heanois“. Unter Mittäterschaft vieler beteiligter Freunde wie Sebastian Gürtler, und Thomas Gansch, tp, dem Trio „Brein’s Café“ mit Roman Janoska, und Franz Janoska, p, sowie dem Quartett „classXXX“ mit Daniel Schnyder, ss, Thomas Dobler, vib, und Daniel Pezzotti, cello, u.v.a.m. bastelt sich Georg Breinschmid ein Universum eigener Präferenzen, dessen Eigensinn, -unsinn und Unterhaltungswert mit den zweieinhalb Stunden der Doppelscheibe bei weitem nicht ausgereizt sind.


Kleine Zeitung (A)

29.9.2010 – CD „Brein’s World“

Die Wiener Philharmoniker oder das Vienna Art Orchestra sind ja nicht die übelsten Lernstuben: Georg Breinschmid, mit allen Kontrabass-Wassern gewaschen, tut also auf zwei CDs seine ganze Welt auf: eine runde Sache mit schrägen Kanten, die mit genialen Mitstreitern zwischen Radetzkymarsch, Jazz und (Computer-)Wienerlied changiert. Köstlich!


Concerto (A)

Jörg Weitlaner – CD „Brein’s World“

Die wunderbare Welt des Georg Breinschmid – jetzt auf einem Doppelalbum
„Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass meine aktuelle CD-Produktion (…) leider wieder nicht (wie bereits das letzte Album „Wien bleibt Krk, 2008, Anm. der Red.) von Dir gefördert wird – mit Bedauern und ziemlichem Unverständnis“, schreibt der Bassist und Komponist Georg Breinschmid an den Österreichischen Musikfonds in einem offenen Brief, welcher im genauen Wortlaut auf der Webpage des Künstlers zu finden ist. Das Bedauern und Unverständnis werden wohl die meisten Menschen, die Georg Breinschmid und seine Musik kennen oder durch das aktuelle Doppelalbum vielleicht erst kennen lernen, teilen. Auf der neuen, bei Preiser Records erschienenen Produktion mit dem Titel „Brein’s World“ tut sich jedenfalls ein fast unendlich scheinender musikalischer Kosmos eines erfrischen unangepassten Musikers auf.
So bunt wie das Programm ist auch die Besetzung. Breinschmid präsentiert verschiedenste Bandprojekte und Musiker, mit denen er in letzter Zeit die vielen Facetten seiner kompositorischen und spielerischen Kreativität ausleben konnte. Eines seiner momentan wichtigsten Projekte nennt sich Brein’s Café, welchem hier entsprechend breiter Raum gewidmet wird. Gemeinsam mit den beiden aus Bratislava stammenden Brüdern Frantisek (am Klavier) und Roman (an der Violine) Janoska definiert Breinschmid Begriffe wie Balkan, Gipsy, Swing und Wienerlied neu. Bei Stücken wie dem „7/8 Landler“, „Musette #2“ oder der Neuinterpretation von Franz Liszts „Liebestraum“ spürt man den Esprit von drei Musikern, denen das „klassische“ Korsett zu eng geworden ist und aus denen die improvisatorischen Ideen nur so heraussprudeln. Ebenfalls im Bereich zwischen Klassik und Jazz spielt sich die musikalische Welt des schweizerisch-österreichischen Quartetts classXXX mit Daniel Schnyder (Sopransaxofon), Thomas Dobler (Vibrafon) und Daniel Pezzotti (Violoncello) ab, welches mit drei Nummern vertreten ist. Erwähnenswert auf alle Fälle auch das 11/16-Arrangement des ersten Satzes von Johann Sebastian Bachs E-Dur-Partita für Violine mit dem Geiger Sebastian Gürtler. Nicht weniger virtuos geht`s her, wenn Breinschmid seinen kongenialen Duopartner, den Trompeter Thomas Gansch, zum Spiel bittet. Die aberwitzigen Wendungen im Stück „Trompetenpolka/Radetzkymarsch“ seien nur beispielhaft erwähnt. Tritt Breinschmid als Sänger in Erscheinung, spätestens dann hält der „Hamour“ unaufhaltsam Einzug, etwa wenn er mit Inbrunst sein“Computer-Wienerlied“ vorträgt, die „Todespolka“ anstimmt, die bissige Wienerlied-Satire „Urlaub am Giatl“ zum Besten gibt oder sich als „Flugzeugderorist“ outet. In „Ma muass aufhean wanns am scheenstn is“ wagt sich der zweifache Hans Koller-Preisträger sogar ans Scatten. Soul-Jazz vom Feinsten („Oldtime Hit“) zelebriert Breinschmid mit seinem Sextett bestehend aus Clemens Salesny (Saxofon), Horst-Michael Schaffer (Trompete), Robert Bachner (Posaune), Clemens Wenger (Klavier) und Christian Salfellner (Schlagzeug). Breinschmid kommentiert – wie er es live zum Amüsement des Publikums auch gerne macht – im Booklet die einzelnen Stücke. Die Songtexte sind ebenso abgedruckt. So auch der in Rap-Form erzählte Stalking-Albtraum eines jeden Mannes „Schnucki von Heanois“.
Was kann man als Musikkonsument angesichts dieser unverständlichen Förderpolitik des Österreichischen Musikfonds tun? Alben kaufen, Konzerte besuchen – Breinschmid live: immer eine unvergleichliche Erfahrung. Man könnte aber diesem Verein zur „Förderung professioneller österreichischer Musikproduktionen“ seine persönliche Meinung auch direkt mitteilen (zum Beispiel per E-Mail: office@musikfonds.at). An Georg Breinschmid: „Bitte nicht aufhören, auch wenn`s jetzt vielleicht am schönsten ist!“


Audio (D)

11/2010 – CD „Brein’s World“, 16. März 2008

Wer Schmäh, nicht als Restsinnverwertung, sondern als intellektuelle musikalische Kunstform mag, wird um „Brein’s World“ nicht herumkommen. Denn das Doppelalbum des Wiener Bassvirtuosen bietet von Balkan-Swing bis Fiakerlied-Update, vom Austria-Rap bis zur Landler-Verwurstung, von der Bach-Sublimierung bis zum Kammer-Bossa das ganze Programm österreichischen Jazzhumors.


Die Presse (A)

Samir Köck

Frohgemut
Als PR-Text zu seinem fulminanten neuen Doppelalbum hat der umtriebige Wiener Bassist Georg Breinschmid einen rührend-hinterfotzigen Brief an den Österreichischen Musikfonds verfasst, der weder die so erfolgreiche CD „Wien bleibt Krk“ noch die neue unterstützt hat. Trotzig hat der ehemalige Philharmoniker sein Opus luxuriös gleich auf zwei Silberlinge ausgebreitet. Seine geschmackige Mischkulanz aus Musette und Gypsy-Groove, aus Jazz und Wienerlied wird wohl auch so den Weg zum Publikum finden.
Als Gäste hat sich Breinschmid heimische Größen wie die famosen Janoska-Brüder geholt, aber auch ein paar Schweizer Freunde, wie Daniel Schnyder, zum Musizieren eingeladen. Gemeinsam stochert man durch das Hügelland regionaler Idiome, fächert eine Vielzahl an Stimmungen zwischen zarter Wehmut und unverstellter Frohgemutheit auf. Ein besonderes Juwel ist das „Computer-Wienerlied“, das mit viel Schmäh Nostalgie und Moderne miteinander versöhnt.


Wiener Zeitung (A)

Christoph Irrgeher

Kontrabassist Georg Breinschmid legt eine neue CD vor und kritisiert die Förderpolitik
„Ich lebe genau von dem, was ich nie studiert habe“
Auf musikantischen Grenzgängen zwischen Jazz, Klassik und Welt musikalischem: Kontrabassist Georg Breinschmid.
Der Mann ist mitteilungsbedürftig. Nicht nur, dass Georg Breinschmids neues Album gleich ein doppeltes geworden ist. Auch anderweitig hat der Kontrabassist etwas loszuwerden – und einen offenen Brief verschickt. Im Gegensatz zur heiteren Musik auf „Brein’s World“ ist der aber eher geharnischt und richtet sich an den österreichischen Musikfonds. — „Ich muss die Förderpolitik des Fonds entweder bizarr, dumm oder beides nennen“, ärgert sich Breinschmid. Der Fördertopf, den noch Staatssekretär Franz Morak angeregt hat, verweigerte der heimischen Jazzkonstante nun schon zum zweiten Mal einen Zuschuss (50 Prozent der CD-Produktionskosten wären möglich) – trotz Erfüllung aller Kriterien, trotz internationaler Kritiken.
Den Brief habe er aber nicht nur in eigener Sache verfasst. „Ich wollte darauf aufmerksam machen, wie dumm da mit österreichischen Musikern umgegangen wird.“
Jazz als rares Genre im Bereich der CD-Förderung
Nun ja: In der Fülle der geförderten CDs (vom Pop einer Anna F. bis zu Friedrich Cerhas Kammermusik) fällt schon auf, dass Jazz eher rar ist. Liegt es womöglich an dem Umstand, dass kein Jazzer in der Jury des Fonds sitzt? Nein, heißt es aus deren Vorstand: Vor den Sitzungen hole man nämlich auch Informationen von Fachleuten ein. „Wir bemühen uns, alle Sparten zu fördern“, versichert Vorsitzender Peter Vieweger; es sei halt nur wenig Geld da.
Für Breinschmid, der notfalls seine Ersparnisse in Produktionen steckt, ist das Kapitel jedenfalls abgeschlossen. Seine Haupteinnahmequelle? Die Konzerte, glaubt er. Und die Tantiemen steigen, weil der 37-Jährige mehr und mehr eigene Stücke schreibt. Für die hat er einst eine sichere Zukunft geopfert: Denn Breinschmid saß in den Reihen der Wiener Philharmoniker, sogar bei einem Neujahrskonzert.
Noch ein Jahr, und die Vereinsmitgliedschaft hätte gewunken. Doch da winkte er ab: „Kein Geld der Welt hätte mir die Freiheit ersetzen können.“ Ein Medien-Event war heuer trotzdem drin, in Trio-Besetzung: Bei der Wiener Festwochen-Eröffnung durfte „Brein’s Café“ seine spielfreudigen Sprünge zwischen Jazz, Kammer- und Weltmusikalischem vollführen. Der kompatible Sound zur Großveranstaltung mit dem stets so völkerverbindenden Impetus?
Ein Missverständnis will Breinschmid nicht aufkommen lassen: „Ich will sicher keinen Ethno-Stadl machen. Mir geht es um ehrlichen künstlerischen Ausdruck.“ Ihn mache eben sein Pluralismus aus. Auf CD tönt dieser Ansatz dann auch nicht aufgesetzt: „Brein’s World“ ist ein virtuos verspieltes Kompendium mit Folkloristischem, Jazz, gefinkelten Grooves und Klassiknähe.
Zukunft der Klassik ohne ein weiteres Wiederkäuen
Wobei diese Nähe auch live zur Geltung kommt: Auf einschlägigen Festivals habe er „überwältigende Response“ erlebt. Ein Fingerzeig für den Mann, der zuletzt auch im jazzigen Begleitensemble für die Mussorgski-CD der Opernsängerin Elisabeth Kulman mitgewirkt hat: „Ich glaube, dass die Zukunft der klassischen Musik nicht darin liegt, das Gleiche noch 200 Jahre wiederzukäuen.“ Da hofft er eher auf ein Wiedererstarken der einst populären Improvisationskultur.
Im Mai kann er sie im großen Rahmen ausleben – mit den Niederösterreichischen Tonkünstlern im Musikverein. Die Orchesterarrangements muss er allerdings einem anderen überlassen, denn Breinschmid ist ja nur studierter Klassik-Kontrabassist. Wobei: Als Jazzer und Komponist „lebe ich genau von dem, was ich nie studiert habe.“


Kurier (A)

Werner Rosenberger

Ein Heidenspaß am Bass und ein wunderbares Klanguniversum aus Klassik, Jazz und Wienerlied – crazy und voller Überraschungen: vielseitig, virtuos und humorig.


Acoustic Levitation (USA)

Best of 2010 – Steve Koenig

Austrian bassist’s delicious followup to last year’s marvelous Wien bleibt Krk. To get a sense of the joie de vivre of Breinschmid’s various groupings, imagine the joys of the Dutch free jazzers Han Bennink and Willem Breuker, Viennese waltzes, Django, and cabaret. Excellent audio as well. (www.acousticlevitation.org)


AllAboutJazz (I)

Michele Chisena

Quello che esce dalla testa del contrabbassista austriaco Georg Breinschmid è un effluvio di idee. Che a stento riesce a trattenere perché la sua è un’incontinenza musicale a 360 gradi. Due cd: 28 episodi musicali che gli fanno attraversare di tutto. Non abbandona il suo essenziale background classico („Bach 11/16“) e lo fa dialogare con tutto quello che gli capita a tiro. Negli iniziali „7/8 Landler“ e „Musette #2“ scherza con la cultura tzigana e spinge l’ascoltatore verso una festosità che fonde eleganza e birbanterie assortite. E questi sono colpi che mettono subito in chiaro le intenzioni dell’estroso bassista. Subito però sconvolge i piani: „Jacaranda“ strizza l’occhio divertito al dixieland, mentre „Computer – Wienerlied“ introduce un primo brano cantato in tedesco che non può che rimandare a Kurt Weill. Il successivo „Brein’s Knights“ si affaccia sul folk irlandese. Si continua così, a vista, con grande eclettismo e imprevedibilità a tutto spiano. C’è perfino spazio per lo spoken word stile hip hop („Tschukkn Belle“), il romanticismo mediterraneo di „Quartier Latin“ o le canzoni da taverna („Flugzeugderorist“): il divertimento è assicurato e condito pure con una fischiettata d’altri tempi. Nel secondo CD, Breinschmid ingrana addirittura la marcia e sorprende ancora. L’inizio sommesso e notturno di „Without Me“ è un splendido inganno perché la pulsazione del suo caldo contrabbasso annunciano una „Trompetenpolka/Radetzkymarsch“ che è più di una brillante parafrasi. In „Schnucki von Heanois“ si avvertono rumori stile scratch (creati grazie all’abilità di Thomas Gansch) che rimandano ancora l’ascoltatore verso lidi vicini (e lontani) dalla DJ culture. C’è la possibilità di ascoltare l’affascinante suono delle hang drum (una specie di steel drum di ultima generazione) di Manu Delago („Dream#71“) e per un’altra fischiettata alla Burt Bacharach („Window Serenade“). Insomma, un CD di imprevedibili e gustose sorprese.


Jazzchicago.net (USA)

Brad Walseth

At times goofy, at times inventive, full of classical music references, waltzing Old Viennese songs, gypsy music, jazz, blues, folk and even rap, this immense double CD release from bassist Georg Breinshmid is a maddening, yet ultimately rewarding journey through the mind of the Austrian classical/jazz double bassist. With bizarre artwork and liner notes running in all directions in at least two languages (not to mention a running time totaling more than 150 minutes) , the recording is a reviewer’s nightmare. I admit that after hearing the first two tracks, which are performed with his Alpine folk music trio Brein’s Cafe, I wasn’t sure what I was hearing and put what I thought was another gypsy jazz recording aside. The opening track („7/8 Landler“) sounds like a slap happy Slam Stewart meeting Django and Stephane’s Hot Club, in 7, mind you, while „Musette #2“ would make Johann Strauss proud. Things get nutty on „Jacaranda“ – a duet with trumpeter Thomas Gansch with a bit of a New Orleans flavor and excellent improvisation. As he shows here and throughout, the bassist was a highly-trained classical musician before jumping in to jazz with his technique fully intact. But just when you are getting somewhat settled, Breinschmid sets down his bass and sings in German in a childlike duet with pianist Frantisek Janoska, which espouses the joys of computers and email, I think (I’m really not making this up). This strange landscape continues with the funky (with celtic fiddle and impressive bass solo) „Brein’s Knights,“ the Brazilian-flavored „Quartier Latin,“ Franz Liszt’s „Liebestraum,“ and another track with Brein singing and whistling along to accordion and mandolin on a truly wacky song about being an airplane terrorist who uses his bathroom supplies (shampoo and lotion) to kill („Flugzeugderorist“). But all is not unserious, „Intermezzo“ again finds the bassist in a jazzy duet with Gansch on flugelhorn, while „5/4“ and „Bach 11/16“ are lovely classical-influenced pieces. The rapping, shrieking, belching and kazoo of Erni M on „Tschukkn Belle“ should by now come as no surprise and we aren’t even finished with the first disc – there is another full blown waltz and a track with Brein whistling to a plucked chordal accompaniment on a bass guitar. Are you getting the idea yet? Yes the man is insane, but in a good way. The second CD is more of the same, with the the lovely „Without Me“ (with Thomas Vobler on vibes and Daniel Schnyder’s soprano sax), the silly voice rap on the groove heavy „Schnucki von Heanois“ (about an unstoppable stalker girlfriend) that will have you in stitches, the ’60s-flavored „Oldtime Hit“ (that will have you doing the frug or watusi), a 5/4 blues („Blues Five“) and plenty more silly singing, whistling, funky grooves and old school waltzes and gypsy touches to keep a listener quite amused. And watch for the false ending on the last song that leads to some crude commentary that ends this crazy recording well.


Bass Player Magazine

Benjamin Levine, Feb. 2011

„Brein’s World“, Breinschmid presents a varied collection of 28 pieces that range from odd-metered classical romps to funky soul-jazz and tongue-in-cheek hip-hop. Throughout, Breinschmid`s bass work is magnificent, his astonishingly nimble playing creating a huge pocket with a tone that is thick, focused, and organic. „Brein’s World“ is one that`s certain to humor, amaze, entertain, and inspire.


Allaboutjazz.com (USA)

C. Michael Bailey – CD „Brein’s World“

Georg Breinschmid is a madman; a genius madman, but a madman just the same. „Schnucki von Heanois“ is a Yiddish Rap and is not even the subject of this piece. Breinschmid’s brand of music is a bit hard to describe, but here goes. The bassist takes whatever musical tradition striking him at the time and infuses it with such a potent Eastern European spirit that it’s impossible to know if you should dance a polka or a bluegrass jig.
Breinschmid and trumpeter Thomas Gansch take on the Johann Strauss tradition in their duet, „Trompetenpolka/Radetzkymarsch.“ The two musicians are so cheeky that they willfully interpolate jazz standards like „Cherokee“ directly into the medley. A grand sense of humor characterizes the playing, making the pair sound a bit like what street musicians would sound like in a Jewish New Orleans French Quarter.
A small taste, sure, but Brein’s World may be the most inventive release of the year.


Allaboutjazz.com (USA)

Raul d’Gama Rose (Nov. 2010) – CD „Brein’s World“

Austrian bassist/composer Georg Breinschmid is a rare phenomenon who continues to amaze, not simply with his outstanding virtuosity, but with his acute sense of American blues and jazz music. If that sounds like an unlikely mouthful, it is, because the facts far outweigh the fantasy. He has sat in with Archie Shepp, the late Charlie Mariano, Kenny Drew Jr., Biréli Lagrène, the Vienna Art Orchestra, and many others, when he turned his back on his regular gig with the Vienna Philharmonic Orchestra, to concentrate on contemporary music. The words „prodigious“ and „ingenious“ are not used loosely in describing Brein’s World, a double album that exemplifies both words with a stylistic grace that is quite unmatched by many.
Breinschmid performs with unsurpassed expression, never accenting the predictable. His playing in bebop mode on „Blues Five“ is only matched by his freer rhythmic excursions on „Without Me.“ His grasp of stately rhythms of the Valse and the Tango is legion. He plays with a gentle undulating tone, conjuring up an ocean of sound that laps at the melody and harmony. His solos are volatile in the upper register and full of grace in the lower, but it is highly unlikely that he would inhabit any one exclusively throughout the excursion. He phrases straight as an arrow, then inside out; always melodic and resonant. He seems addicted to odd meters and plays them with aplomb, as in „7/8 Landler.“ Moreover, Breinschmid is joined by a slew of musicians who seem as unknown as they are ingeniously matched, many of with whom the bassist has performed in past ensembles.
There is no real delineation between the material; there are gems on both discs. His vocal account of a particularly vexing encounter with technology in „Computer-Wienerlied“ is hilarious, spectacularly narrated and full of genuine pathos. The version of Franz Liszt’s „Liebestraum“ is a brilliant journey into the one of that composer’s most famous pieces, played with majesty, grace and the tortured sighs that come in waves as the piece progresses. Breinschmid’s grasp of the polka, marches and the classic Austrian musical form, the Valse, is spectacular, which is brought to a peak in the performance of „Trompetenpolka/Radetzkymarsch“ and „Petite Valse.“ The bassist also shows an outstanding grasp of the classic song form including the Latin bolero.
This is probably the first Georg Breinschmid‘ album to reach the US, and it would be an artistic crime of sorts if more music by this ingenious musician does not follow in the near future.


Zzaj Productions – Blog (USA)

Dick Metcalf (Nov. 2010) – CD „Brein’s World“

I reviewed Georg’s fine works most recently back in issue # 84; he earned high marks on that round, but he’s outdone himself on this production… for starters, it’s a double CD… Georg’s bass will blow you away on each and every track – there’s no doubt in my mind about that… he’s one of the most energetic players I’ve ever heard… not to mention his penchant for new ways of expressing his ideas. Yes, it’s still „jazz“, unquestionably… but it’s Georg’s idea of what jazz is – & that’s a really cool thing, I’ll tell you. The keyword for everything this cat does is „unique“, and that’s a title not to be taken lightly in these pages! I especially enjoyed tunes like „Brein’s Knights“… if you can imagine a knight struttin‘ his horse to a funky bass on his way to the jousting match, you’ll just about have the picture. I found „Blues Five“ (on the 2nd CD) to be very modern in tone – it was my favorite on the 2 CD’s! Listeners who can’t enjoy a bit of humor in their musical experience may not agree (not that I care), but I give this fantastic 28-track set a MOST HIGHLY RECOMMENDED, with an „EQ“ (energy quotient) rating of 4.99. He also gets the „PICK“ of this issue for „most creative jazz“!!!


Gapplegate Guitar and Bass Blog (USA)

Nov. 2010 – CD „Brein’s World“

George Breinschmid, Bassist and Iconoclast
George Breinschmid was a bassist with the Vienna Philharmonic before he turned to jazz, and he’s been doing alright for himself–the Vienna Art Orchestra, Archie Shepp, etc. The new album of his, Brein’s World (Preiser 90787), a two-CD set, shows that he plays a very out-front bass that is as extraordinary eclectic as is his music. Imagine a stylistic universe that embraces everything from Arvell Shaw to Charles Mingus and beyond. That’s Georg, the bassist. He slaps and punktes his instrument with great elan and a sense of balance.
And the music? It’s so all-over-the-place that you may need a compass to keep your bearings. There’s a kind of Hot Club swing minus Django, there are some bizarre sorts of lopey acoustic hip-hops, some playing around with the classical repertoire (Bach especially), interesting contemporary sounds, folk music and what sounds like beer-hall songs–all done in a drumless chamber context with trumpet, piano, violin, and etc.
The two full CDs have so much going on that I can’t possibly capture it all here, and not all of it is perfect, but it has such joie de vivre and panache that you can’t help going away from this music with a smile on your face.
It’s fun, a rare sort of thing in serious jazz these days. But it IS. Get this one and you’ll get some very interesting bass playing, unusual arrangements, and a musical trip across the many landscapes inside Brein’s brain. Wow!


Midwestrecord.com (USA)

Chris Spector – CD „Brein’s World“

If you aren’t familiar with this crack jazzbo bass player, the look and feel of this double cd might have you dismissing it as the work of some man-child with Zappa fantasies. A little more proof that you should never judge a book by it’s cover–judge it by the jpegs if you can find any. Kicking off with some lively gypsy jazz and taking a tour through his various recombinations with other like minded progressive jazz fellow travelers, the music is mostly first rate and charming and not at all impenetrable even if it does have a few off beat flourishes that make you scratch your head. It’s Euro roots show proudly and overall, it’s a dandy introduction to a new offbeat color in the palette.


Amazon.com (USA)

Grady Harp – CD „Brein’s World“

Completely Strange, Completely Entertaining
According to the facts gleaned from the dictionary, ‚ Georg Breinschmid (born April 25, 1973 in Amstetten, Lower Austria), is an Austrian double bass player, composer and jazz musician. He studied classical double bass at the University of Music and Performing Arts, Vienna and substituted in various Viennese orchestras as a student. From 1994 to 1996 he played with the Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, then with the Orchestra of the Vienna State Opera and the Vienna Philharmonic Orchestra, touring Europe, America and Asia. In 1999, Georg Breinschmid quit being a (well-paid) classical orchestra musician, playing pre-fabricated music, in favour of his all-important love: jazz music. He played with the Vienna Art Orchestra, with the Zipflo Weinrich Group and gave concerts with various other ensembles all over Europe. Charlie Mariano, Jasper van’t Hof and Archie Shepp were among his international playmates, as well as Austrian jazz musicians like Harry Sokal, Thomas Gansch, Christian Muthspiel, and many others.‘ Words, words, words, and they don’t begin to explain the pleasures contained in this 2 CD album simply (or complicatedly) called BREIN’S WORLD.
What happens here is a mixture of what we might hear strolling through the Austrian dance halls and pubs or parks or back alleys – wherever people are gathered to have a good time and not take the world too seriously. Being a Bassist most all of the music is predominately the origin of the contrabass. Brein has surrounded himself with some fine musicians, each able to keep up with the man. As a solid for instance, on CD 1 band 4 is ‚Computer-Wienerlied‘ composed and sung by Georg Breinschmid accompanied on the piano by Frantisek Janoska: think Lotte Lenya on a very bad day with a cold! There are frisky Latin rhythm inspired tunes, a lovely bass solo called ‚Liebestraum‘, a truly lovely piece simply called ‚5/4‘, some wild antics based on themes by Bach (‚Bach 11/16‘), and other variations on good times.
This album contains over two hours of music making and never once repeats itself. The container that houses these CDs is as much fun as the music in design and content. This is the kind of album that should appeal to absolutely everyone who enjoys music no matter the choice or preference. Georg Breinschmid may be the new Peter Schickele!

Georg @ Facebook

Featured Videos

SCHÖNBERG STOMP


HUNNENSHLOMPSKY GOES FOR A WALK


COINCIDANCE


FIRST STRINGS ON MARS


INTERMEZZO (Duo Gansch/Breinschmid)


STRINGS & BASS


THE FLYING SCHNÖRTZENBREKKERS


WIEN BLEIBT KRK –

Brein's Cafe & Thomas Gansch


SKUBEK'S DELIGHT

Benjamin Schmid, Stian Carstensen & Diknu Schneeberger


MUSETTE POUR ELISABETH – Brein's Café live in Mexiko

Upcoming Concerts

März 2019
01. Mrz

Mit Benjamin Schmid (vl), Ariane Haering (p)

Radiokulturhaus
Wien (A)
21. Mrz

The Flying Schnörtzenbrekkers

Benefizkonzert für das Neunerhaus
Neunerhaus
Wien (A)
30. Mrz

Duo Thomas Gansch / Georg Breinschmid

Obermarkersdorf bei Retz (A)